Donnerstag, 9. März 2006

Was für ein Wochenende!

Das letzte Wochenende hatte es in sich, ich glaube Meister Beelzebub hat da ein bissi mitgemischt.
Wie schon angekündigt hab ich mit Hermosura meine Freundin Natsl in Hermagor besucht. Die Fahrt dorthin war lustig, ein bissi Regen, nichts Spektakuläres.
Dort angekommen fühlten wir uns erst etwas fehl am Platz – die Gaststube war voll mit Leuten, die Hermosura gar nicht und ich nur teilweise kannten. Da wir beide manchmal schüchtern sind und Natsl ständig herumwuseln mußte, saßen wir erstmal allein in einer Ecke und futterten unsere Bananenschnitten – mhmmm.

Und dann beschloß ich, mir ist das jetzt egal, ich fühl mich hier einfach wohl, selbiges wurde Hermosura mitgeteilt und siehe da – es funktionierte!
War dann echt ein super feiner Abend, viele viele Anekdoten und viel, viel Gelächter! Natsl hat wirklich sehr liebe Freundinnen in Kärnten, ich hatte immer die Sorge, daß sie niemanden hat, ist aber glücklicherweise doch nicht so!
Ja, so 30er Feiern haben echt was für sich, muß ich feststellen, freu mich schon auf die nächste!

Am nächsten Tag nach einem guten Frühstück und kurzem Besuch bei den Pferden Jimmy und Wendy gings dann ab nach Hause. Der Plan sah lediglich einen kurzen Abstecher in Graz vor, um meiner Oma auch zum Geburtstag zu gratulieren.

Tja, so war der Plan.
Nur dauerte die Fahrt von Hermagor bis Villach aufgrund massiven Schneefalls schon zwei volle Stunden.
Schneeketten waren leider bei allen Tankstellen ausverkauft, wir hatten aber noch den Packsattel zu bewältigen, was bei Schneefall wahrlich kein Zuckerschlecken ist.
So warteten wir in einer Tankstelle darauf, daß jemand beim ÖAMTC-Stützpunkt vorbeikommt, um uns Ketten zu verkaufen – war ja Sonntag!

Kaum stand mein Kaffee am Tisch, durfte ich schon losflitzenkriechen. Und der liebe Mann vom ÖAMTC suchte nach Schneeketten in der passenden (gängigsten) Dimension, er suchte und suchte, bis ich ein Stoßgebet gen Himmel schickte, da griff er endlich nach der Schachtel im hinterletzten Eck, die schon für jemand andern reserviert war – jetzt gehören sie mir, dachte ich.
Doch zu früh gefreut, 90 Euronen in bar hatte ich natürlich nicht bei der Hand, also Bankomat, dessen Leitung war allerdings gestört – kein Wunder bei dem Wetter.
No, soll er mir halt eine Rechnung ausstellen, ich bin ja Mitglied, doch nein, entweder cash oder Bankomat, sonst gibts keine Schneeketten.
Ich wurde beinahe zum Rumpelstilzchen, aber was hilfts, er hatte die Macht, ich mußte mich fügen. Notruf an Natsl eingeleitet, die war eh nur ca. 10 min von mir entfernt und versprach mir zu Hilfe zu eilen.
Ich teile dies dem blöden Arschloch netten Mann mit, worauf er meinte er kann sicher nicht wegen mir 10 min warten, er bekommt in der Sekunde 25 Notrufe zwecks Abschleppen rein.
Ok, versteh ich ja, aber was hilfts, wenn ich ohne Schneeketten losfahre und dann meinerseits wegen Schlepphilfe anrufen muß!??!?!!?
Er hat dann doch gewartet, wollte wohl nur Trinkgeld rausschlagen, hat er auch gekriegt. Ja, wenn ich verzweifelt bin und doch noch gerettet werde, bin ich plötzlich äußerst spendabel.

Wir holten noch die liebe Hermosura von der Tankstelle ab, dann fuhren wir zu Natsls Wohnung in Villach. Kaum in die Einfahrt eingebogen, entdeckten wir Natsls Freund, der mit einer Schaufel bewaffnet fluchend zu seinem steckengebliebenen Auto stapfte.
Mit viel Mühe schafften wir es, unsere Autos rückwärts wieder rauszumanövrieren und peilten die nächste Einfahrt an.
Etwa bei der Hälfte war Ende. Schluß, aus, fertig, nichts geht mehr.
Ich war inzwischen beinahe so weit, daß ich das Auto einfach dort stehen gelassen hätte.

Das ging natürlich nicht, also borgten wir uns Schneeschaufeln von den Nachbarn und schaufelten die gesamte Einfahrt (ich schätze ca 100 m) und 3 Parkplätze für unsere Autos frei. Und das war kein Pulverschnee, sondern schwerer, patziger, beschissener Märzschnee! Hermosura konnte nicht mehr warten, sie mußte zum Zug nach Wien (wichtiger Termin Montag früh). Kurze Verabschiedung und weg war sie.
Ich hatte das Glück, nach den erfolgten Kraftakten bei Natsl eine warme Suppe und ein feines, warmes Plätzchen auf der Couch zu erhalten.
Hermosura wurde nicht so verwöhnt. Da Stromleitungen gerissen waren, Bäume auf der Strecke lagen und die ÖBB solchen Geschehnissen offensichtlich hilflos ausgeliefert war, mußte sie geschlagene 3 Stunden am Villacher Bahnhof auf den Schienenersatzverkehr nach Klagenfurt warten, erst von dort fuhr ein Zug nach Wien, schlußendlich war sie um halb zwei Uhr früh in Wien angelangt!!
Wären wir mit dem Auto weitergefahren, hätte auch dies im Fiasko geendet. Am Packsattel blieben LKW hängen, selbst wenn wir selbst drübergekommen wären, war der Weg durch LKW versperrt, auch der Schneeräumdienst konnte nicht ordentlich fahren, wir hätten also die Nacht frierend im Auto verbringen müssen.
Komischerweise waren auch in Hermagor und Villach keine Räumfahrzeuge unterwegs, nicht mal auf der Autobahn, die müssen doch mit Schneefall rechnen (auch wenn 50 cm in 5 Stunden extrem sind) und entsprechend organisiert sein, oder?

Bei mir hatten sich schon Samstag abends Zahnschmerzen angekündigt, die ich ob der ganzen Ereignisse ganz gut verdrängt hatte. Bis ich dann schlafen wollte.
Nach dieser schmerzgepeinigten Nacht wollte ich einfach nur mehr weg.
Nie wieder Kärnten im Winter schwor ich mir! (Der letze Besuch bei Natsl endete nämlich mit einer kaputten Windschutzscheibe – Schneelawine – auch das eine Geschichte, auf die ich durchaus verzichten hätte mögen.)
Die Heimfahrt habe ich wegen starker Schmerzen halbwegs in Trance hinter mich gebracht, lediglich Krämpfe in den Oberarmen störten mich hin und wieder auf (Merke – zorniges Schaufeln mit untrainierten Muskeln rächt sich!) und war heilfroh, in der Steiermark bei meinen Eltern unterkriechen zu können. Papa hatte ordentliche Schmerzmittel und Mama was Gutes zu essen. Selten war ich so überglücklich, daheim sein zu können.
Ich beschloß die Nacht bei meinen Eltern zu bleiben, das Autofahren war mir in meinem Zustand zu gefährlich.

Am Dienstag fuhr ich dann direkt zum Zahnarzt in Wien. Diagnose: massive Entzündung an der Zahnwurzel! Alles klar, also weiter Schmerzmittel, Antibiotika und gegen Abend kündigte sich auch noch eine starke Erkältung an. Wen wunderts, standen wir doch Stunden pitschnass im Schnee und haben geschaufelt wie die Weltmeister.
Und so bin ich noch immer etwas unzufrieden mit mir und der Welt, aber es kann jetzt nur mehr besser werden.

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